Bad Füssing - Erfolgsgeschichte mit Zukunft ?

Interview mit Bürgermeister Alois Brundobler und Kurdirektor Rudolf Weinberger zum Jahresende 2016

 

Wie sieht die Zukunft vom Kurort Bad Füssing aus?

„In Zukunft wird es in Bad Füssing spezifischere Produkt-Pakete für die Gäste geben“, so Kurdirektor Weinberger. Die Dienstleistungen müssen sich laufend der Nachfrage anpassen. Im Gesundheitsbereich gibt es Entwicklungen die es vor zehn Jahren so noch nicht gegeben hat. So steht das Thema „Stress und Burnout“ auch im Kurort ganz oben auf der Agenda. Mittlerweile leidet bereits jeder fünfte Arbeitnehmer unter gesundheitlichen Folgen, ausgelöst durch Stress. Die Symptome erstrecken sich hier von Schlafstörungen bis hin zum Herzinfarkt. Spezielle Kurpakete sollen künftig solchen stressbedingten Folgen frühzeitig entgegenwirken. Neben diesem Schwerpunkt entwickelt sich der Ort auch in Bezug auf das Thema „Allergien“ weiter. Ziel ist es eine Allergiker-zertifizierte Kommune zu werden. Zur Zeit gibt es rund 30 Millionen Allergiker in Deutschland. Diesen Menschen soll bereits 2017 in Bad Füssing die Möglichkeit geboten werden, problemlos zu Gast zu sein. So richten beispielsweise Hotels extra Zimmer für Gäste mit Hausstaubmilben-Allergie ein. Bäckereien, Metzgereien und der Einzelhandel stellen sich auf Lebensmittelunverträglichkeiten wie Laktose-Intoleranz ein. „Ich gehe davon aus, dass wir bereits im März nächsten Jahres dieses Zertifikat erreichen können“, so Weinberger.

 

Warum muss sich Bad Füssing weiterentwickeln?

Weshalb sich Bad Füssing weiterentwickeln muss, zeigen die Zahlen von 2016: Heuer zählt der Kurort mehr als 310 000 Gäste. Die Gästezahl hat sich seit 2004 mehr als verdoppelt. „Diese Rekordzahlen stützten sich vor allem auf mehr als zehn Jahre solides Marketing“, sagt Weinberger. Die Zahl der Gästeankünfte steigt zwar, jedoch sinkt die Verweildauer der Gäste. Im Vorjahr lag sie durchschnittlich noch bei 8,2 Tagen und heuer nur noch durchschnittlich bei 7,9 Tagen. In erster Linie ist und bleibt Bad Füssing ein Gesundheitsstandort mit dem besonderen Alleinstellungsmerkmal: das Thermalwasser. Allerdings wirkt die Heilkraft nachhaltig erst nach mindestens drei Wochen, erklärt Weinberger. Vor allem aus diesem Grund wird versucht, dem Trend der kürzeren Verweildauer entgegenzuwirken.  

 

Warum sind die Zahlen der Gästeankünfte gestiegen?

„Ich glaube, dass die Erfolgsgeschichte Bad Füssings in den letzten 15 Jahren sehr stark vom guten Miteinander geprägt ist“, sagt Bürgermeister Brundobler. Hier spielen Verwaltung, Marketing und Betriebe im Einklang miteinander. Die Betriebe investierten in den letzten Jahren rund 250 Millionen Euro. „Ich bin ich sehr dankbar, dass die Betriebe in Bad Füssing sehr innovativ aufgestellt sind und sie sich auch entsprechend weiter entwickeln“, sagt Brundobler.

 

Wie werden die Menschen erreicht?

Im kommenden Jahr wird weiter an der Vernetzung der Stadt mit der ganzen Region gearbeitet. „Bad Füssing ist ein starker Gesundheits- und Tourismusort, aber Bad Füssing ist nicht allein auf der Welt“, so der Bürgermeister. Ziel ist es, eine Win-Win-Situation für alle zu schaffen. Im Mittelpunkt hierbei soll das Kulturgeschehen stehen. „Momentan weiß in der Region kein Mensch welche kulturellen Höhepunkte überall stattfinden“, sagt Bürgermeister Brundobler. Das soll sich ändern.

In puncto professionelle Info-Vernetzung ist auch der Heilbäderverband eine große Unterstützung. Neue Angebote und Produkte sollen leichter zugänglich gemacht werden. Der „Gesundheitsfinder“ im Internet verschafft hierfür einen Überblick. sw