MENSCH UND HUND –
Gibt's da etwa Kommunikationsprobleme? (TEIL 3)

In der letzten Ausgaben des Was ist los (Nov/Dez 2020 zum Nachlesen) haben wir Ihnen ein Beispiel geschildert, in dem sich ein Hund aus Langeweile am Mülleimer bedient und für etwas Chaos gesorgt hatte. Der Hund versuchte den Mensch und dessen Wut mithilfe von körpersprachlichen Gesten zu besänftigen.
Doch wie reagieren wir Menschen in der Regel auf solche Gesten und was interpretieren wir in diese hinein?
Der Mensch sieht den Hund, ist wütend, und nimmt an, dass der Hund ein schlechtes Gewissen hat, weil er genau weiß, was er angestellt hat (Hunde haben kein schlechtes Gewissen). Das schließt der Mensch aus der Körpersprache des Hundes.

In der Regel reagieren die Menschen daraufhin, mit einem direkten Blickkontakt in Richtung Hund. Oftmals fallen ernste Sätze wie „was hast du denn da wieder angestellt!“ oder „Na hast du ein schlechtes Gewissen? Du weißt genau, dass man so etwas nicht darf!“. Zum Schluss schicken viele den Hund dann wieder zurück aufs Deckchen als Strafe, oder noch schlimmer sie werden handgreiflich.

 Der Mensch spricht! So wie er es schließlich gelernt hat!


Wie empfinden unsere Hunde solche Reaktionen, bzw. was lernt der Hund daraus?

Der Mensch fühlt sich dadurch erstmal besser! Der Hund aber hat gerade gelernt, dass der Mensch seine friedvollen, beschwichtigen Körpergesten nicht ernst nimmt und trotzdem unfair und hart reagiert. Denn die gesprochen Wörter kann er nicht verstehen. Aber die drohende, ernste Tonlage in Verbindung mit einem frontalen, angespannten Körper und ggf. einer handgreiflichen Aktion sehr wohl.

 Der Hund lernt daraus, dass sein Mensch nicht souverän ist, wenig respektvoll handelt und übertrieben reagiert. So handeln aus Hundesicht keine Leittiere.


Was wäre die optimale Lösung?
Wenn Sie uns Fragen, so sollten sich alle Hundehalter etwas mehr mit der Kommunikationsweise ihrer Haustiere auseinander setzen. Wir Menschen sind hoch intelligente Lebewesen und durchaus dazu in der Lage uns weiterzuentwickeln. Mit ein bisschen Verständnis und „echtem“ Wissen über unsere Hunde könnten so manche Mensch-Hund-Familien glücklicher und problemloser zusammen leben.